Die Landesgartenschau 2027 bietet für die Region Oberhessen große Entwicklungsmöglichkeiten. Die Gremien der teilnehmenden Kommunen sind bereits in gedanklichen Vorplanungen und Nidda wird sicherlich einen besonderen Stellenwert einnehmen können. Noch stehen die Entscheidungen aus, was Nidda in die Waagschale werfen wird. „Aus meinen Gesprächen in den Stadtteilen weiß ich, dass die Ortsbeiräte und Vereine bereits sehr innovative Ideen entwickeln“ stellt Bürgermeisterkandidat Thorsten Eberhard fest. Gleichzeitig könnten das Staatsbad Bad-Salzhausen und der Steinbruch in Michelnau Leuchtturmprojekte werden. „Mit einer Mischung aus örtlichen Projekten und den Leuchtturmprojekten kann Nidda bei der Landesgartenschau punkten“, ist Eberhard zuversichtlich.
Ein besonderes Augenmerk verdiene der Steinbruch Michelnau, der sich durch das außerordentliche Engagement des Vereins „Freunde des Steinbruchs Michelnau e.V.“ von einer Industriebrache zu einem einzigartigen Natur- und Industriedenkmal entwickelt habe und noch viel Potential zur Weiterentwicklung biete, was Unterstützung verdiene.

Vereinsvorsitzender Lothar Noll erläuterte, dass im Steinbruch rund 150 Jahre Lavatuff abgebaut wurde. Nach der Stilllegung sei der Steinbruch dann in eine Art Dornröschenschlaf gefallen und verwildert und zugewachsen. Rund 1.000 Arbeitsstunden werden jährlich von den Vereinsmitgliedern geleistet, um Besuchern Einblicke bieten zu können. „Im diesem Jahr konnten über 50 Führungen durchgeführt werden, größere Veranstaltungen wie Tag des offenen Denkmals, sowie Konzerte mussten wegen der Corona Beschränkungen, wie auch im letzten Jahr, ausfallen. Das Interesse am Besuchersteinbruch Michelnau ist nach wie vor jährlich steigend“, freut sich Lothar Noll, und bedauert gleichzeitig, dass es mit dem geplanten Besucherzentrum nicht voran gehe. Im Mai 2017 sei der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes erfolgt. Im Haushalt 2022 und 2023 seien jeweils 200.000 € zur Bereitstellung eingeplant. Es gäbe bereits konkrete Baupläne, aber trotzdem allem komme das Projekt seit 4 Jahren nicht voran.

„Der Verein favorisiert ein Besucherzentrum mit Sanitärbereich mit rund 140 qm auf der mittleren Ebene. Der Denkmalschutz widerspricht diesen Vorstellungen und hält eine Räumlichkeit von 40 qm inkl. Sanitäranlagen auf den Fundamenten des ehemaligen Bildhauerunterstandes für ausreichend“, erläutert Lothar Noll. Der Denkmalschutz schlage vor, das Besucherzentrum mit 140 qm auf der unteren Ebene am Parkplatz zu errichten. Diesen Standort lehnt der Verein ab. Er kenne die Besucherlenkung nun seit über 10 Jahren, wisse dass dieser Standort auf der unteren Ebene der falsche Standort ist und widerspricht daher einer Bebauung an diesem Standort. Es seien schon viele Gespräche geführt worden, aber ein Kompromiss bzw. eine Einigung sei leider immer noch nicht in Sicht.

„Der Steinbruch kann durch seine Einmaligkeit im Rahmen der Landesgartenschau 2027 eine herausragende Rolle spielen und bedarf der Unterstützung“, stellt Thorsten Eberhard fest und verspricht „ Ich werde Sie in Ihren Bemühungen gerne unterstützen und bin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird.

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