Davon, dass die Arbeit der Tafeln heute notwendiger als jemals ist, konnten sich Vertreter der CDU-Fraktion des Niddaer Stadtparlaments mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Hagen Puttrich an der Spitze bei einem Besuch der Niddaer Tafel überzeugen.

War es ursprünglich das Ziel der Tafeln, Nahrungsmittel vor dem Verderben zu retten und an Bedürftige weiterzugeben, sind die Tafeln heute ein wesentlicher Pfeiler der Daseinssicherung für viele Familien geworden.

Karlheinz Naumann, das Ehepaar Regina und Klaus Berting sowie Bernd Schoeps, Edgar Biermann und Günther Fuß begrüßten die Fraktionsvertreter in der Lager- und Ausgabestelle in der Johanniterstraße in Nidda und gaben einen anschaulichen Überblick über die Aufgaben und die Organisation der Tafel sowie die aktuellen Probleme.

Derzeit werden von der Tafel Nidda, einem eingetragenen Verein, ca. 160 Haushalte aus Nidda oder Ranstadt regelmäßig in einem zweiwöchentlichen Rhythmus bedient, da sind ca. 260 Erwachsene und 155 Kinder. Voraussetzung zur Teilnahme an der Tafel ist der Nachweis der Bedürftigkeit. Mehr Kunden können bei den derzeitigen Kapazitäten nicht versorgt werden, obwohl deutlich mehr Anspruch hätten. Nach einem vorübergehenden Aufnahmestopp wird inzwischen eine Warteliste geführt, so dass eventuell freiwerdende Plätze dann entsprechend der Reihenfolge auf der Liste besetzt werden können.
Die Waren kommen von Märkten und Bäckern aus Nidda, Ranstadt, Ortenberg, Nieder-Mockstadt, Echzell, Wölfersheim und Reichelsheim. Dabei ist zu beobachten, dass in jüngster Zeit weniger Waren gespendet werden, sei es weil die Märkte die Bestellungen genauer kalkulieren müssen oder sei es weil die Märkte selbst die Waren kurz vor Ablauf des Verfallsdatums noch stark reduziert verkaufen. Ergänzt werden die gespendeten Waren der Betriebe durch haltbare Waren aus dem Zentrallager der Tafeln in Wetzlar 3- bis 4mal im Quartal, durch Warenspenden von Privatpersonen oder durch Zukäufe aus Spenden- bzw. Stiftungsmitteln. Dabei wird in der Regel auf Angebote der spendenden Betriebe zurückgegriffen.

Hinter der segensreichen Arbeit des Tafelvereins steckt ein beeindruckender logistischer Aufwand, den allein die derzeit ca. 70 ehrenamtlichen Helfer des Tafelvereins leisten.
Allem voran steht die Herausforderung, für eine möglichst gerechte Verteilung der Ware zu sorgen. Weiter geht es mit der Verfügbarkeit eines verkehrssicheren Fahrzeugs mit dem die Ware eingesammelt wird. Das Fahrzeug benötigt Diesel, Reifen und Kühlgeräte, um die Kühlkette für verderbliche Waren sicherzustellen. Unterwegs sind in der Regel zwei Personen, die die bereitgestellte Ware vorsortieren und verladen, eine körperlich anstrengende Arbeit. Gerade der Fahrerbereich sucht dringend Verstärkung. Das Fahrzeug kann mit normalem Führerschein gefahren werden.

Die Besucher konnten sich auch von der hochprofessionellen Lagerhaltung in der Immobilie überzeugen, die in der Johanniterstraße angemietet ist. Den Lagerbestand ständig im Auge zu behalten, genügend Ware zuzukaufen, die Verfallsdaten im Auge zu behalten und Obst und Gemüse hygienisch zu sortieren sei eine ständige Herausforderung. Dankbar sei man auch den Lebensmittelmärkten für den Verkauf von Sondertüten zum Preis von 5 Euro, durch die die Lagerbestände, vor allem in der Vorweihnachtszeit, ergänzt werden könnten. All das erfordere großes Engagement und eine hohe Motivation.

Belohnt werde das Engagement durch die Dankbarkeit der Menschen und die Gewissheit sinnvolle Hilfe geleistet zu haben. Abschließend betonten die Vertreter der Tafel Nidda, dass man sehr dankbar für Spenden sei. Froh wäre man auch, wenn sich weitere Helfer bei der Tafel engagieren würden. Aber auch die Mitgliedschaft bei der Tafel Nidda sei eine gute Möglichkeit der Unterstützung.

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